19. Oktober 2011 um 22:31

“Aus dem bloßen Innern greift etwas hervor. Das Drängen äußert sich zunächst als “Streben”, begehrend irgendwohin. Wird das Streben gefühlt, so ist es “Sehnen”, der einzige bei allen Menschen ehrliche Zustand. Das Sehnen selber ist nicht weniger vage und allgemein als der Drang, doch es ist deutlich wenigstens nach außen gerichtet. Es wühlt nicht wie das Drängen, sondern schweift, das freilich gleichfalls ruhelos schlechthin, süchtig. Und verbohrt es sich dabei in sich, so bleibt das Sehnen bloße allgemeine Sucht. Als blind und leer schweifende kann diese sich gar nicht dorthin begeben, wo sie gestillt würde.”

— Ernst Bloch: Das Prinzip Hoffnung. Band 1. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1969, S. 49f.

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